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Immobilien & Vermietung09.04.2026

Dauernutzungsrecht kann steuerlich als eigenes Grundvermögen gelten

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat sich aktuell mit der steuerlichen Einordnung von sogenannten Dauernutzungsrechten im Zusammenhang mit Immobilien befasst und dabei eine für die Praxis bedeutsame Klarstellung getroffen.

Im Kern geht es um die Frage, ob ein solches Nutzungsrecht – etwa nach dem Wohnungseigentumsgesetz – selbst als Grundvermögen im Sinne des Bewertungsgesetzes zu behandeln ist. Nach Auffassung des BFH kommt es hierbei entscheidend nicht allein auf die zivilrechtlichen Eigentumsverhältnisse an, sondern vielmehr auf die wirtschaftliche Zuordnung. Trägt der Nutzungsberechtigte die Anschaffungs- oder Herstellungskosten und stehen ihm dauerhaft sowohl die Nutzung als auch die Erträge zu, kann das Dauernutzungsrecht steuerlich wie ein eigenständiges Grundstück behandelt werden. Damit rückt die wirtschaftliche Betrachtungsweise stärker in den Vordergrund als die formale Eigentümerstellung.

Für Immobilienbesitzer und Investoren ist diese Sichtweise insbesondere bei komplexeren Gestaltungen relevant. Dies betrifft beispielsweise Fälle, in denen Nutzungsrechte langfristig eingeräumt werden oder bei denen wirtschaftlich eine eigentümerähnliche Stellung besteht, ohne dass ein zivilrechtlicher Eigentumsübergang erfolgt. Auch innerhalb von Wohnungseigentümergemeinschaften oder bei besonderen Vertragsmodellen kann diese Abgrenzung eine Rolle spielen. Die Entscheidung macht deutlich, dass die steuerliche Bewertung nicht schematisch erfolgt, sondern eine genaue Analyse der tatsächlichen Verhältnisse erfordert. Insbesondere bei Feststellungsverfahren oder im Rahmen von Vermögensbewertungen kann sich daraus eine andere steuerliche Behandlung ergeben als zunächst erwartet. Darüber hinaus hat die Entscheidung Bedeutung für die steuerliche Behandlung bei Übertragungen oder Umstrukturierungen im Immobilienbereich. Wird ein Dauernutzungsrecht beispielsweise übertragen oder neu begründet, kann dies eigenständige steuerliche Konsequenzen auslösen, wenn das Recht als wirtschaftliches Eigentum qualifiziert wird. Damit können sich Auswirkungen auf Bewertungsgrundlagen, Steuerbemessungswerte und gegebenenfalls auch auf weitere steuerliche Folgewirkungen ergeben.

Für die Praxis bedeutet dies, dass Gestaltungen mit langfristigen Nutzungsrechten sorgfältig geplant und dokumentiert werden sollten, um unerwartete steuerliche Effekte zu vermeiden.

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