
Für Unternehmen mit grenzüberschreitenden Aktivitäten – und erst recht für Unternehmer mit Sitz, Wohnsitz oder Geschäftsleitung im Ausland, die in Deutschland umsatzsteuerlich registriert sind oder registriert werden müssen – ist die Frage „Welches Finanzamt ist zuständig?“ mehr als Formalie.
Das Bayerische Landesamt für Steuern hat mit Verfügung vom 12.01.2026 die zentrale Zuständigkeit nach der Umsatzsteuer-Zuständigkeitsverordnung (UStZustV) konkretisiert. Kernaussage: Die zentrale Zuständigkeit greift bereits dann, wenn nur einer der maßgeblichen Anknüpfungspunkte (Wohnsitz/Sitz/Geschäftsleitung) im Ausland liegt. Ziel ist ausdrücklich die Bündelung von Fachwissen und eine effektivere steuerliche Erfassung ausländischer Unternehmer. In der Praxis führt das zu klaren „Zuweisungen“ auf bestimmte bayerische Finanzämter für einzelne Staaten (z. B. München u. a. für Unternehmer aus Italien und Österreich; Nürnberg u. a. für Ungarn; Nördlingen für polnische Unternehmer – jeweils nach den in der Verfügung beschriebenen Kriterien).
Für Betroffene ist das relevant, weil sich daran u. a. Kommunikation, Fristenmanagement, Betriebsprüfungszuständigkeiten und die Abwicklung von Spezialthemen (z. B. Vorsteuervergütung/Erstattungsfragen, Registrierung, Dauerfristverlängerung, Nachweisanforderungen bei innergemeinschaftlichen Sachverhalten) praktisch ausrichten.
Gleichzeitig bleibt – ebenfalls wichtig – die Möglichkeit bestehen, im Einzelfall abweichende Zuständigkeitsvereinbarungen nach § 27 AO zu treffen, wenn beteiligte Finanzämter und Steuerpflichtiger zustimmen.
Unterm Strich: Gerade bei ausländischen Unternehmern lohnt es sich, die Zuständigkeit von Beginn an sauber zu klären, weil „Zuständigkeitswechsel“ mitten im Verfahren regelmäßig Zeit kosten – und weil Fehler (z. B. Einreichung beim falschen Amt) unnötige Rückfragen und Verzögerungen auslösen können.
Unternehmer & Selbständige
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